Dekadenz und Hochmut sind aktuell

Dekans der Künste
Künstlerinnengarderobe in den 20ern

Die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts waren gesellschaftlich in erster Linie von Dekadenz geprägt. Die noch nach dem Krieg wie eine Monstranz hochgehaltene und vorweg getragene Moral zerbröselte nach und nach in ihre Einzelteile. In der Gesellschaft machte sich außer der Armut auch eine gewisse Gleichgültigkeit breit. Man lebte schlicht von der Hand in den Mund. Die Inflation füllte ganze Waschkörbe und Schubkarren mit dem Geld eines Tageslohnes. Wer nicht schnell genug diese wertlosen Fetzen, die sich Geldscheine schimpften, in Essbares oder andere werthaltigere Dinge umsetzte, hatte schon auf halber Strecke verloren. Was blieb also? Der für diese Zeit bezeichnende Galgenhumor. So entwickelte sich sehr schnell eine Künstlerkultur, die rauschende Erfolge feierte. Die so geheimnisvoll erscheinende Subkultur in Künstlerkreisen hatte viele Anhänger. Die, die nicht morgens früh in die Fabrik ans Band oder in die Schreibstube oder sonstwohin mussten, schlugen sich die Nächte mit Kabarett, Tanz in schlüpfrigen Etablissements oder Orgien in nicht gesellschaftsfähigen Spelunken um die Ohren. Und davon gab es aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit nicht wenige. Die Musik- und Tanzszene erlebte, wie selten damals, geradezu goldene Zeiten.

Wer, wie mein Großvater, bei der Polizei war, hatte Glück, wenigstens halbwegs die Familie ernähren zu können. Das Zubrot durch die Näherei meiner Großmutter war aber trotzdem sehr willkommen. Das Einkommen reichte für vier Personen. Die Kinder mussten wenigsten keinen „Kohldampf schieben“ wie so viele in dieser Zeit. 

Das öffentliche bzw. gesellschaftliche Leben fand zu einem großen Teil eben nicht öffentlich statt. Die Weimarer Republik war rechtswidrig nach dem ersten Weltkrieg ausgerufen worden. Das bunt zusammengewürfelte Parlament verlor sich in endlosen Debatten und war parteilich zersplittert. Die SPD in ihrer Dekadenz versuchte nach außen hin vehement das Wort für den Arbeiter zu führen, vergaß aber in ihrer Selbstverliebtheit, den Arbeiter mitzunehmen. Wie leicht es damals für eine neue Kraft war, die Wähler auf sich zu vereinigen, wissen wir aus den Geschichtsbüchern, die allerdings unsere Besatzer nach dem zweiten Weltkrieg neu geschrieben haben. 

Ich will auf dieses spezielle Thema zu einem späteren Zeitpunkt noch detailliert eingehen. Heute möchte ich einen Vergleich ziehen wie sich Dekadenz mit Hochmut gepaart durch die Epochen der Geschichte ziehen.

Das ausschweifende Leben der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts unterschied sich in einem Punkt deutlich von der Vorzeit der französischen Revolution. Zu der Zeit hatte die Dekadenz im Grunde nur den Adel und die Gewinnler mit ihrem Opportunismus und miesen Geschäften mit dem Adel erfasst. Das gemeine Volk schuftete nach wie vor unter der Knute der Herrschaften.

Dass nun in den beschriebenen Zwanzigern alle Schichten an diesem „Lotterleben“ teilhaben konnten, war ein Novum. Aber auch in dieser Periode der Geschichte endete, wie jedesmal, eine solche Epoche in einer Revolution oder einer Kehrtwende der Politik, sei es auf der Basis des Hochadels von oben oder durch Ausschreitungen von „unten“ aus dem Volk. 

Gerade jetzt erleben wir wieder Ähnliches wie unsere Vorfahren in der Geschichte. Heute spielt der Hochmut, besonders in Frankreich, eine größere Rolle als die Dekadenz. Die Franzosen haben schneller begriffen als wir hier in Deutschland, dass dem Hochmut der Politik und auch der unglaublichen Arroganz der Regierenden ein Ende gesetzt werden muss. Wie immer auch die Parolen lauten, das Volk will endlich nicht mehr geknechtet werden. 

Die Angst geht um

Das, was gerade in Frankreich flächendeckend und vereinzelt in Nachbarländern passiert, ist eine Situation, vor der die „Obrigkeit“ eine unglaubliche Angst hat. In Frankreich äußert sich das im Verwenden von Schockgranaten seitens der Polizei gegen die Demonstranten und dem Aussenden von brutal zuschlagenden Söldnern und Angehörigen der Fremdenlegion. Es ist anzunehmen, dass die Franzosen erst die Straßen räumen werden, wenn Macron endlich die Biege gemacht hat und der Weg frei ist für Marine Le Pen und ähnlich gesinnte Politiker. 

Die Lenker des Herrn Macron müssen sich inzwischen in ihrer Dekadenz eingestehen, dass dieser Rothschild-Zögling Schwachstellen hat, die deren Plan, wie immer der auch aussehen mag, konterkarieren.

Was passiert denn sonst noch anderswo, in Europa und in der Welt. Die Welt schickt sich gerade an, sich neu zu verteilen. Durch den Brexit und die vielen damit verbundenen Unwägbarkeiten wird sich Groß Britannien möglicherweise in die Bedeutungslosigkeit verabschieden. Das Großkapital, darunter der Vatikan, hat bereits sein Kapital aus London, dereinst Metropole des Kapitals, abgezogen und sucht sein Heil in Shanghai und Hong Kong. Das Commonwealth wird von der wachsenden Eigenständigkeit der ehemals angeschlossenen Länder überholt. Die nationalen Teile von Groß Britannien wie Wales, Scotland und Irland stehen bereits Gewehr bei Fuß, um die Selbstverwaltung einzusetzen. Der Einfluss Groß Britanniens auf Deutschland und die EU durch die Nato schwindet quasi stündlich. Die verzweifelten Versuche, den russischen Bären durch Manöver an der europäischen Ostgrenze bis aufs Blut zu reizen, sind beim Adressaten abgeprallt und verpufft.

Das Monopolispiel der Welt wird längst durch Russland, USA und nun auch China als Neuer im Bunde bestimmt. Mit dem Abzug der US-amerikanischen Truppen aus Syrien ist die Rolle Russlands als Befreier im Nahostkrieg besiegelt. Die Türkei als bedeutender Bündnispartner der Nato wird in den gerade aufkochenden Querelen mit Griechenland um ein paar kleine Inseln im östlichen Mittelmeer auf Russland hören und das Kurdenproblem endgültig friedlich regeln müssen.

Deutschland und die Gelben Westen

Was aber passiert derweil in Deutschland? Nichts wäre gelogen. Als das zarte Pflänzchen der Gelbe Westen-Bewegung nach Kehl herüberschwappte, ging ein hoffnungsvolles Raunen durch Teile des Volkes. Nur Teile des Volkes deshalb, weil die Lei(d)tmedien natürlich nicht berichteten, um die, die hier schon länger leben, nicht zu beunruhigen.

Inzwischen haben sich regionale Gruppen über Messenger gebildet. Doch hier ist die Obrigkeit ganz und gar nicht untätig. Denn auch hierzulande geht die Angst um, man könnte den schlafenden Michel abrupt wecken. Und so macht man, was man immer tut: Man setzt die Antifa und Leute vom Verfassungsschutz, BND usw. ein, um die Gruppen erfolgreich zu zerschlagen. Nur wenige, gerade um Berlin herum, haben überlebt. Dennoch ist  der Aktionswille in den noch bestehenden Gruppen ungebrochen. Interne Berichte mit Dokumentation darüber treffen immer wieder ein.

Die ehemals gut strukturierte Parteienlandschaft in Deutschland hat seit den neunziger Jahren und dem Aufkreuzen von Merkel, Grünen und SED-Spross Linken immer mehr Federn lassen müssen. Die Dekadenz und der Hochmut der Beteiligten hat den Altvorderen CDU/CSU und SPD bis heute aktuell weiter sinkenden Rückhalt in der Bevölkerung eingebracht.

Politische Dekadenz

Siegmar Gabriel erdreistete sich dereinst, das Volk, seine Wähler, als „Pack“ zu bezeichnen. Ex Bundespräsident Joachim Gauck mit Stasivergangenheit behauptete in seiner Amtszeit, dass nicht die Politik das Problem sei sondern das Volk. Außerdem sprach er 2015 anlässlich der drohenden Flüchtlingskrise von einem hellen und einem dunklen Deutschland, wobei er mit dunklem Deutschland Ostdeutschland meinte. Stasimitarbeiterin IM Viktoria, Anetta Kahane – Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung – behauptete 2015, dass Ostdeutschland noch zu weiß sei! Frank-Walter Steinmeier lud im Brustton der Überzeugung zu dem Rockkonzert „Wir sind mehr“ im Rahmen der Ereignisse in Chemnitz dieses Jahr ein, auf dem klassen- und obrigkeitsfeindlich gesinnte Bands wie „Feine Sahne Fischfilet“ auftraten und ihre unseligen Texte zum besten gaben. Als Animateurin hatte man für dieses Konzert eine Negerin angeheuert, die mit ihrem Veitstanz die Zuschauer aufforderte, ebenso zu hüpfen wie sie, wenn sie nicht „nazi“ sein wollten. Mehr Dekadenz, gepaart mit Unverschämtheit, geht wirklich nicht. 

Da ja nun die SPD wohl an ihrer Talfahrt in die Bedeutungslosigkeit offensichtlich Gefallen gefunden hat, hat die Fraktion im Bundestag eine Forderung der Jusos zu ihrem Manifest gemacht. Sie fordert Frau bätschi-bätschi Nahles auf, bei dem Koalitionspartner, der Union, die Abschaffung der §§ 218 und 219 durchzusetzen, um der Koalition wieder einmal einen linken Stempel aufzudrücken. Dieser Aufruf zu Föten- und Babymord ist gesellschaftlich und moralisch untragbar.

In der Rede von Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) anlässlich ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden der CDU beschäftigte sie sich ausschließlich mit der Partei ohne auch nur ein Wort über die Verantwortung gegenüber den Wählern zu verlieren; so wie sich alle anderen Blockparteien mehr mit sich selbst und ihren Befindlichkeiten beschäftigen als mit den politischen Aufgaben des Tages. 

So fügt sich heute wie damals Dekadenz an Dekadenz. Es braucht wahrscheinlich nicht viel, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Da ist Obacht von Oberen gefordert!

Gnade Gott den Systemlingen und denen, die all dieser Verbrechen schuldig sind. 

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